Stochastik
Zwei Felder bestimmen, wie sich die Wahrscheinlichkeiten entwickeln: Population und Auswahlmenge.
JCself zieht so viele Zufallswerte, wie im Feld Population steht, und sortiert sie nach ihrer bisherigen Häufigkeit. Aus dieser Liste nimmt es die häufigsten Werte, so viele, wie die Auswahlmenge angibt. Aus dieser Menge wählt es zufällig einen Wert und schreibt ihn als Frequenz in Hz in die Csound- oder MIDI-Datei. Der Wert wird gespeichert, und seine Wahrscheinlichkeit steigt.
- Frequenz Raster
- Fasst Frequenzen zu Bereichen zusammen. JCself unterscheidet dann Bereiche statt einzelner Werte.
- Gewichtung
- Der Wertebereich rund um den gewählten Wert, dessen Häufigkeit ebenfalls steigt. Je weiter ein Wert entfernt liegt, desto schwächer die Gewichtung.
- Zufällige Gewichtung
- Hier legen Sie die Form der Verteilung fest.
- Abnahme
- Zieht von der Spalte mit dem höchsten Wert etwas ab. Erwartet eine negative Zahl.
- Durchläufe
- Anzahl der Töne, die JCself erzeugt. Der Fortschritt steht oben links.
Tonhöhe
- Minimum / Maximum Frequenz
- Der Frequenzbereich in Hertz, nur ganze Zahlen.
- Saatfrequenz
- Der Startwert. Bleibt das Feld leer oder steht dort 0, wählt JCself ihn zufällig. In der Tabelle erscheint er als grüner Strich.
- 12 temperierte Noten
- Beschränkt die Auswahl auf die zwölf Töne der gleichstufigen Stimmung. Für MIDI-Dateien ist das Pflicht, sonst entstehen nur Csound-Dateien.
- Tiefere Noten bevorzugen
- Gibt tieferen Tönen künstlich eine höhere Wahrscheinlichkeit.
- Benutze Frequenzauswahl
- Öffnet das Feld Auswahl mit allen temperierten Tönen zwischen Minimum und Maximum. JCself wählt dann jeweils den nächstliegenden erlaubten Ton. Voraussetzung: JCself ist vorher einmal mit 12 temperierten Noten gelaufen.
Tondauer
- Minimum / Maximum Dauer
- Der Bereich der Tondauern in Sekunden, von 0.00001 bis 9999999999.999.
- Dauerintervall
- Rastert die Einsätze der Töne, auch der Melodietöne: 2 (8 s), 1 (4 s), 1/2 (2 s), 1/4 (1 s), 1/8 (½ s), 1/16 (¼ s). Die Tondauern selbst bleiben erhalten.
- Verlängerung
- Addiert den eingegebenen Wert in Millisekunden zu jeder Dauer. Nur für MIDI verwenden: In Csound können sich gleiche Frequenzen überlagern und übersteuern.
- Schatten
- JCself erzeugt parallel eine zweite, unsichtbare Folge mit denselben Einstellungen. Weil JCself nach Zufall wählt, weicht sie von der ersten ab. Ist Schatten aktiv, bestimmt diese Schattenfolge die Tondauer. Ohne Schatten löst ein Ton den nächsten ab, mit Schatten entstehen Pausen und Überlappungen.
- Geschwindigkeitseffekt
- Siehe Maschine.
Tonstärke
- Minimale / Maximale Lautstärke
- Der Lautstärkebereich. Pausen haben keine Lautstärke. Die Lautstärke der Melodietöne ergibt sich aus der Schattenfolge.
- Stereo Effekte
- Verteilt die Töne automatisch auf zwei Lautsprecher, abhängig von der Lage des aktuellen Werts zum bislang häufigsten.
Klangfarbe
Unter Optionen › Instrument auswählen steuern Sie die Instrumente der General-MIDI-Liste an. Acht Instrumente lassen sich den Stimmen zuordnen, das achte ist der Melodiestimme vorbehalten.
JCself braucht eine vorhandene General-MIDI-Soundbank. Ist sie auf Ihrem Rechner bereits durch ein anderes Programm belegt, können Sie JCself in einer virtuellen Maschine starten.
Kontrapunkt
Ob und wie JCself zu seiner Tonfolge weitere Stimmen komponiert, bestimmen diese Felder:
- Min. / Max. Stimmen
- Die Anzahl der Stimmen. Ihre Tonhöhen wählt JCself zufällig aus der Auswahlmenge, ihre Dauern gleicht es an den jeweiligen Grundton an. Wählen mehrere Stimmen denselben Ton, wird er nicht lauter.
- Akkord
- Ermittelt eine zweite Stimme nach der Tabelle unten. Nur mit 12 temperierten Noten.
- Melodie
- Nur mit 12 temperierten Noten, siehe Melodieeffekt unter Maschine.
Wie der Akkordton entsteht
JCself misst den Abstand zwischen dem bislang häufigsten und dem aktuellen Wert und teilt ihn in 24 Abschnitte. Jedem Abschnitt ist ein Intervall zum Grundton zugeordnet:
| Abschnitt | Intervall zum Grundton |
|---|---|
| 01 | Oktave abwärts |
| 02 | Oktave aufwärts |
| 03 | Quinte abwärts |
| 04 | Quinte aufwärts |
| 05 | Quarte abwärts |
| 06 | Quarte aufwärts |
| 07 | kleine Terz abwärts |
| 08 | große Terz aufwärts |
| 09 | große Terz abwärts |
| 10 | kleine Terz aufwärts |
| 11 | kleine Sexte abwärts |
| 12 | große Sexte aufwärts |
| 13 | große Sexte abwärts |
| 14 | kleine Sexte aufwärts |
| 15 | Tritonus abwärts |
| 16 | Tritonus aufwärts |
| 17 | kleine Septime abwärts |
| 18 | kleine Septime aufwärts |
| 19 | große Sekunde abwärts |
| 20 | große Sekunde aufwärts |
| 21 | große Septime abwärts |
| 22 | große Septime aufwärts |
| 23 | kleine Sekunde abwärts |
| 24 | kleine Sekunde aufwärts |
Abschnitt 1 entspricht dem geringsten Abstand zum häufigsten Wert, Abschnitt 24 dem größten.
Maschine
Unter Optionen › Statusmaschine konfigurieren › Main steuern Sie fünf Effekte: Kaskaden, Schleifen, Geschwindigkeit, Transposition und Melodie.
Ausgelöst werden sie stochastisch. Das Ereignis ist dabei das Erscheinen eines Werts aus der Schattenfolge in der Auswahlmenge. Im Feld Bereich steht, wie viele Elemente JCself zufällig aus der Auswahlmenge der Schattenfolge nimmt. Erreicht JCself so viele aufeinanderfolgende Wiederholungen, wie im Feld Schwellenwert stehen, löst es die Effekte aus und fügt zusätzliches Tonmaterial ein.
Die Statusmaschine greift künstlich in die stochastische Entwicklung ein: Töne, die sie erzeugt, werden danach wahrscheinlicher.
Kaskadeneffekt
Eine Folge von Tönen in gleichen Intervallen und gleicher Richtung.
- Schritt nach oben / unten
- Das Intervall in Halbtonschritten.
- Anzahl
- Wie viele Schritte die Kaskade hat.
Schleifeneffekt
Wiederholt eine von JCself erzeugte Tonfolge (Loop).
- Schleifentiefe
- Wie viele Töne wiederholt werden.
- Schleifenwiederholung
- Wie oft sie wiederholt werden.
- Permutation
- Wiederholt nur die Tonhöhen und legt sie über die übrigen, neu errechneten Eigenschaften. Ohne Permutation wird die Folge mit allen Eigenschaften exakt wiederholt.
- Benutze Schleifenfehler
- Aktiviert einen Fehler, der beim Programmieren auftrat und dessen Ursache nie ergründet wurde. Nils Kay und Peter Heeren fanden die Ergebnisse schön und wollten sie niemandem vorenthalten. Die Verantwortung für dieses Feld lehnen sie allerdings ab.
Geschwindigkeitseffekt
- Min. / Max. Tempo
- Der Tempobereich in Schlägen pro Minute nach Mälzel (MM).
- Veränderung
- Um wie viele MM sich das Tempo ändert. Ob beschleunigt oder verlangsamt wird, entscheidet der Zufall.
Transposition
Transponiert die errechneten Töne. Steht im Feld Plus Noten zum Beispiel eine 4, transponiert JCself bei jeder Auslösung zufällig um eine kleine Sekunde, große Sekunde, kleine Terz oder große Terz aufwärts. Die Transposition gilt bis zur nächsten Auslösung und addiert sich von der jeweils erreichten Lage aus. Minus Noten wirkt entsprechend abwärts. Töne, die dabei den Frequenzbereich verlassen, löscht JCself. Für die Wahrscheinlichkeitsverteilung speichert es weiterhin den ursprünglichen Wert.
Melodieeffekt
JCself komponiert zu seiner Tonfolge eine Melodie. Das geht nur zusammen mit 12 temperierten Noten. Anzahl und Schwellenwert lassen sich für die Melodie getrennt einstellen.
- Ein Melodieton klingt, bis der nächste beginnt. Die Verlängerung gilt auch für ihn.
- Als Melodieton kommen nur Töne in Frage, die zum Grundton im Abstand von Prime, kleiner oder großer Terz, Quinte oder kleiner oder großer Sexte stehen.
- Welcher es wird, ergibt sich aus der Schattenfolge: JCself teilt den Abstand zwischen häufigstem und aktuellem Wert in sechs Abschnitte, jedem ist eines dieser Intervalle zugeordnet.
- Die Melodie bewegt sich in möglichst kleinen Intervallen und in einem begrenzten Umfang.
- Ihre Klangfarbe ist das achte Instrument (siehe Klangfarbe).
- Lautstärke und Einsatzverzögerung gegenüber dem Grundton kommen aus der Schattenfolge. Je näher der aktuelle Wert am häufigsten liegt, desto kleiner die Verzögerung.