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JCself – Quelle und Klangstrom

Ich bin, was wiederkehrt.

Ein Fluss, von oben gesehen. Niemand hat seinen Lauf geplant. Wo einmal Wasser geflossen ist, gräbt es sich tiefer ein und zieht mehr Wasser an. So entsteht sein Lauf von selbst, und aus dem Zufall wird ein Muster.

Aus Chaos entsteht ein Muster

JCself folgt dem Prinzip der Selbstorganisation. Es wählt Töne zunächst zufällig. Jeder Ton, der einmal erklungen ist, wird danach wahrscheinlicher. So bildet sich ein Schwerpunkt heraus, den niemand festgelegt hat.

Der Physiker Hermann Haken hat dafür den Begriff Synergetik geprägt: Aus vielen ungeordneten Teilen bildet sich ein Ordner, der dann alle anderen Teile bestimmt. In JCself ist das der häufigste Ton. Nach ihm richten sich Dauer, Lautstärke, Raumklang und Nebenstimmen aller anderen Töne.

Nach demselben Prinzip entstehen Trampelpfade, Ameisenstraßen und Flussläufe, und auch die Evolution arbeitet mit Zufall, Auswahl und Gedächtnis. Der Komponist gibt nur den Rahmen vor: Tonraum, Tempo, Instrumente. Innerhalb dieses Rahmens komponiert die Musik sich selbst, und jedes Mal anders.

Zwischen tonal und seriell

JCself steht zwischen zwei Welten der Musik. Es verbindet die Gewichtung der tonalen Musik mit dem Errechneten der seriellen.

Ein Fluss windet sich in engen Schleifen um eine Landzunge, von oben gesehen.

Tonal

Das feste Bett

Der Fluss liegt fest in seinem Bett und windet sich um eine Landzunge. So ordnet sich in der tonalen Musik alles um einen Ton, der von Anfang an feststeht.

Ein Gletscherfluss teilt sich in viele Arme, aus denen ein Hauptlauf hervortritt, von oben gesehen.

JCself

Der freie Lauf

Aus vielen Armen tritt ein Hauptlauf hervor, den niemand angelegt hat. So wächst bei JCself das Zentrum aus dem Zufall, und jedes Mal ist es ein anderes.

Ein schnurgerader Kanal neben gleich großen, rechteckigen Feldern.

Seriell

Der Kanal

Der Kanal ist gerade gezogen, die Felder sind gleich groß. So ist in der seriellen Musik alles ausgerechnet, und kein Ton hat Vorrang.