Das Prinzip
Aus Chaos entsteht ein Muster
Ein Starenschwarm am Abendhimmel. Tausende Vögel, kein Anführer, kein Plan. Jeder Vogel achtet nur auf seine nächsten Nachbarn, und doch entstehen Gestalten, die sich ständig verwandeln. So wird aus dem Zufall ein Muster.
JCself folgt dem Prinzip der Selbstorganisation. Es wählt Töne zunächst zufällig. Jeder Ton, der einmal erklungen ist, wird danach wahrscheinlicher. So bildet sich ein Schwerpunkt heraus, den niemand festgelegt hat.
Der Physiker Hermann Haken hat dafür den Begriff Synergetik geprägt: Aus vielen ungeordneten Teilen bildet sich ein Ordner, der dann alle anderen Teile bestimmt. In JCself ist das der häufigste Ton. Nach ihm richten sich Dauer, Lautstärke, Raumklang und Nebenstimmen aller anderen Töne.
Nach demselben Prinzip entstehen Vogelschwärme, Trampelpfade, Ameisenstraßen und Flussläufe, und auch die Evolution arbeitet mit Zufall, Auswahl und Gedächtnis. Der Komponist gibt nur den Rahmen vor: Tonraum, Tempo, Instrumente. Innerhalb dieses Rahmens komponiert die Musik sich selbst, und jedes Mal anders.