JCself
Ein Kompositionsprogramm für selbstorganisierende Musik.
Das Prinzip
Aus Chaos entsteht ein Muster
Ein Starenschwarm am Abendhimmel. Tausende Vögel, kein Anführer, kein Plan. Jeder Vogel achtet nur auf seine nächsten Nachbarn, und doch entstehen Gestalten, die sich ständig verwandeln. So wird aus dem Zufall ein Muster.
JCself folgt dem Prinzip der Selbstorganisation. Es wählt Töne zunächst zufällig. Jeder Ton, der einmal erklungen ist, wird danach wahrscheinlicher. So bildet sich ein Schwerpunkt heraus, den niemand festgelegt hat.
Der Physiker Hermann Haken hat dafür den Begriff Synergetik geprägt: Aus vielen ungeordneten Teilen bildet sich ein Ordner, der dann alle anderen Teile bestimmt. In JCself ist das der häufigste Ton. Nach ihm richten sich Dauer, Lautstärke, Raumklang und Nebenstimmen aller anderen Töne.
Nach demselben Prinzip entstehen Vogelschwärme, Trampelpfade, Ameisenstraßen und Flussläufe, und auch die Evolution arbeitet mit Zufall, Auswahl und Gedächtnis. Der Komponist gibt nur den Rahmen vor: Tonraum, Tempo, Instrumente. Innerhalb dieses Rahmens komponiert die Musik sich selbst, und jedes Mal anders – und seit dem Herbst 2026 bildet sie auch ihre Form selbst: Gegenden verwehen, Phasen kippen, Phrasen atmen, ein Zuhörer hört mit, und auf Wunsch gibt ein Text mit seinen Sätzen den Verlauf vor. Im Ensemble sucht sich die Musik sogar ihre Besetzung selbst: JCself setzt die Felder, die, die tragen, bleiben, und im Stück kommen und gehen sie. Und jeder Ton findet im Klangraum seine Klangfarbe – wie er seine Tonhöhe findet.
JCself Strom
Ein JCself, der ohne Pause und ohne Ende weiterklingt, mit Peter Heerens Gongs. Alle hören dasselbe, jeder kann eingreifen und hinterlässt eine Spur im Stück.
Das Prinzip
Wie JCself Töne wählt, und die Grafik zum Ausprobieren.
Hören
Klangstücke mit Csound, ein Klangraum auf der Mandelbrot-Folge, vier Schwärme und ein Stück für Klavier. Neu: Nikolonie und Nikolade – zwei Stücke aus einer Sprachaufnahme, dazu Narrentrio und Gongschaft aus Peter Heerens Gongs.
Anleitung
Einrichten, komponieren, anhören – und was jede Einstellung bedeutet. Neu: der Klang „Spektrum“ – Klänge aus einer Aufnahme mit dem Phase-Vocoder, der eingebaute Gong oder eine eigene, gedehnt bis auf die Länge des Stückes und transponiert; die Komposition als Weg durch die Aufnahme.
Selbst komponieren
JCself ist kostenlos und braucht nur Java – für Windows und Mac. Dazu der Gong-Ordner, instandgesetzt, und der Weg zu SuperCollider.