JCselfMusik komponiert sich selbst
JCselfJCself komponiert mein Gehirn
JCselfmein Gehirn komponiert Musik
Sand auf einer schwingenden Platte. Die Körner springen zufällig. Wo schon Sand liegt, wird die Platte ruhiger, also bleibt dort mehr liegen. Ein Häufchen setzt sich durch und ordnet alle anderen Körner um sich. Bei jedem Besuch entsteht ein anderes Bild.
Aus Chaos entsteht ein Muster
JCself folgt dem Prinzip der Selbstorganisation. Es wählt Töne zunächst zufällig. Jeder Ton, der einmal erklungen ist, wird danach wahrscheinlicher. So bildet sich ein Schwerpunkt heraus, den niemand festgelegt hat.
Der Physiker Hermann Haken hat dafür den Begriff Synergetik geprägt: Aus vielen ungeordneten Teilen bildet sich ein Ordner, der dann alle anderen Teile bestimmt. In JCself ist das der häufigste Ton. Nach ihm richten sich Dauer, Lautstärke, Raumklang und Nebenstimmen aller anderen Töne.
Nach demselben Prinzip entstehen Trampelpfade, Ameisenstraßen und Flussläufe, und auch die Evolution arbeitet mit Zufall, Auswahl und Gedächtnis. Der Komponist gibt nur den Rahmen vor: Tonraum, Tempo, Instrumente. Innerhalb dieses Rahmens komponiert die Musik sich selbst, und jedes Mal anders.
Zwischen tonal und seriell
JCself steht zwischen zwei Welten der Musik. Es verbindet die Gewichtung der tonalen Musik mit dem Errechneten der seriellen.
Tonal
Ein Ton hat Gewicht, alles ordnet sich um ihn. Das Zentrum steht von Anfang an fest.
JCself
Auch hier ordnet sich alles um ein Zentrum. Aber niemand hat es gesetzt: Es wächst aus dem Zufall und ist jedes Mal ein anderes.
Seriell
Alles ist ausgerechnet. Kein Ton hat Vorrang, die Ordnung ist gleichmäßig verteilt.