Melodien werden wirklich. Euer Zuhören gibt ihnen Gewicht.
Hör zu – schon dein Zuhören verändert das Werk. Je länger du bleibst, desto mehr Gewicht bekommen die Töne, die gerade klingen. Wenn du gehst, zeigt JCself Langeweile und sucht neue Wege.
Gib deinen Namen in den Strom. Jeder Buchstabe berührt eine Stelle in allen drei Feldern, und alle hören deinen Namen sofort. Wenn du magst, steht er danach mit Datum und Uhrzeit unter „Spuren“.
Klicke in ein Fenster. Jedes Fenster ist ein eigener JCself: Dort bekommen seine Töne Gewicht, und sein Feld gewinnt Gunst. Alle, die gerade zuhören, hören es sofort.
Jedes Fenster ist ein eigener JCself mit eigener Landschaft und einer Stimme – so bildet jeder sein eigenes Muster. Die Stimmen folgen dem Zuhörer, auch ohne dass jemand eingreift: Wo er gerade hört, kommen nach und nach Fenster hinzu, höchstens alle 20 Sekunden eines – ein JCself zieht samt Landschaft herüber. Ein leerer Kreis steht für ein Fenster, das ein Feld abgegeben hat.
Sinus weich spielt reine Sinustöne, frei, genau so, wie JCself sie errechnet: in hundert Stufen je Oktave, ohne Tonsystem, auch zwischen den Halbtönen.
Crescionda spielt die Töne frei, genau so, wie JCself sie errechnet. Die Landschaften des Schwarms, alle Fenster des Feldes zusammengenommen, werden selbst zur Klangfarbe: Der Abstand ihrer zwei höchsten Berge bestimmt, mit welcher Frequenz die Töne moduliert werden, die Höhe aller Berge, wie stark – je höher die Berge, desto reicher der Klang. So haben alle Stimmen des Feldes eine gemeinsame Farbe, und dieselbe Gestalt erscheint im Großen, im Verlauf des ganzen Stückes, und im Kleinen, im Inneren jedes einzelnen Tones: Selbstähnlichkeit.
Gong: JCself errechnet seine Töne frei, in hundert Stufen je Oktave, ohne Tonsystem. Es erklingt jeweils die Aufnahme aus Peter Heerens Gong-Bank, deren Hauptton dem errechneten Ton am nächsten liegt – so, wie sie ist, nie transponiert, voll ausklingend. Das Tonsystem gibt hier der Gong selbst.
Gewicht – je höher, desto wahrscheinlicher der TonMüdigkeit – wo es gerade viel geklungen hat; dort nutzt sich das Gewicht schneller abStimme – über ihrem letzten Ton261.6Gipfel – seine Tonhöhe in HzFenster – ein JCself, von 65.4 Hz (links) bis 1480.0 Hz (rechts)
Klicke in ein Fenster, um den Tönen dieses JCself Gewicht zu geben. Alle hören es.
Viele Stimmen: Auf schwächeren Geräten kann der Klang stocken.
Zusammen: Alle drei Felder klingen – links Sinus weich, in der Mitte Crescionda, rechts der Gong.
Jede Änderung gilt für alle, die zuhören.
Wer eine Landschaft berührt, verändert den Strom – für alle, die gerade zuhören, und für alles, was danach kommt. Das Gewicht verweht, die Spur bleibt.
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JCself Strom klingt ohne Pause weiter, seit dem 1. November 2026 und ohne Ende: Es klingt, solange es Strom gibt. Melodien suchen ihren Weg: Jede Stimme folgt einer Linie in kleinen Schritten, und die Landschaft redet mit. Alles, was hier geschieht, verändert die Wahrscheinlichkeiten, mit denen JCself die nächsten Töne wählt. Schon das Zuhören: Je länger jemand bleibt, desto mehr Gewicht gibt seine Aufmerksamkeit den Tönen, die gerade klingen. Auch das Weggehen: Wer geht, zeigt JCself Langeweile, und der Strom sucht sich neue Wege. Und wer eine Landschaft berührt oder seinen Namen hineingibt, gibt den Tönen dort Gewicht.
Drei Felder spielen zugleich: A Sinus weich, B Crescionda und C Gong – jedes mit seinem eigenen Schwarm. Wie im Programm JCself ist ein Schwarm eine Einstellung, viele Male genommen: Jedes kleine Fenster ist ein eigener JCself mit eigener Landschaft und einer Stimme, und jeder bildet sein eigenes Muster. Ein Zuhörer hört ihnen zu und zappt zwischen ihnen: Er hört immer dorthin, wo es ihn überrascht, bis er sich daran gewöhnt hat. Hört alle drei zusammen oder gezappt, mit ihm.
So beeinflussen sich A, B und C: Sie hören einander. Jedes Fenster hört jedes der beiden anderen Felder als Ganzes, halb so stark wie seine eigene Stimme: Jeder Ton eines Feldes hinterlässt in den Fenstern der anderen eine Spur, auf demselben Ton, in die Oktave verlegt, in der das Fenster gerade spielt. Spielt der Gong einen Ton, wird dieser Ton auch für Sinus und Crescionda wahrscheinlicher. So finden die drei zu verwandten Tönen, und doch bleibt jedes in seiner Lage. Im Schwarm hören die Fenster einander: Jedes hört seinen ganzen Schwarm leise mit, auf denselben Tönen, und seine beiden Nachbarn etwas deutlicher. So bleibt der Schwarm in verwandter Lage beieinander, und doch bildet jedes Fenster sein eigenes Muster. Zugleich ringen die Felder um Gunst: Das Feld mit mehr Gunst bekommt Fenster von den anderen, höchstens alle 20 Sekunden eines. Jedes behält dabei mindestens die Hälfte seines Schwarms. Lauter wird ein Feld dadurch nicht: Wie laut es klingt, hängt nicht von der Größe seines Schwarms ab – ein großer Schwarm wird dichter, nicht lauter. Und die Lautstärke richtet sich nach dem Ohr: Hohe Töne, für die das Ohr empfindlicher ist, klingen bei Sinus und Crescionda etwas leiser, und der Gong ist stets gut zu hören.
Die Stimmen folgen dem Zuhörer, auch ohne dass jemand eingreift: Dem Feld, in dem er gerade hört, gibt der Zuhörer selbst Gunst, immerzu, auch wenn niemand auf der Seite ist. Dorthin wandern nach und nach Stimmen, jede mit ihrem Fenster: Der JCself nimmt seine Landschaft mit und spielt im neuen Feld mit dessen Klang weiter. Zappt der Zuhörer weiter, wandern sie ihm nach. So wächst und schrumpft der Schwarm jedes Feldes von selbst. Dazu kommt, was ihr tut: Wer alle drei zusammen hört, gibt allen dreien gleich viel Gunst, und die Stimmen verteilen sich gleichmäßiger. Wer gezappt hört, hört mit dem Zuhörer und gibt dem Feld, in dem er gerade ist, noch mehr Gunst. Ein Klick in ein Fenster gibt diesem JCself an der Stelle Gewicht, seinem Feld auf einen Schlag viel Gunst und lässt auch den Zuhörer aufhorchen. Gunst, die niemand erneuert, verblasst nach und nach.
So zappt der Zuhörer: Er hört immer nur ein Feld, für alle gleich. Ein Feld weckt seine Aufmerksamkeit, wenn es ihn überrascht: mit einem großen Sprung, mit einem Ton, der viel mehr oder viel weniger Gewicht hat oder viel länger oder kürzer klingt als die Töne davor, und am meisten mit einem Gipfel seiner Landschaft. Die Überraschung klingt in wenigen Sekunden ab. Ein Feld mit vielen Stimmen fesselt ihn nicht schon durch seine Menge. Je länger er einem Feld zuhört, desto mehr gewöhnt er sich daran, nach etwa zehn Sekunden schon deutlich. Ein überraschender Ton dort frischt ihn wieder auf, und was er eine Weile nicht gehört hat, wird ihm wieder neu. Dazu schwankt seine Laune ein wenig, wie bei jedem Zuhörer. Setzt in einem anderen Feld ein Ton ein, der ihn um ein Viertel mehr fesselt als das gehörte Feld, wechselt er dorthin. Das tut er aber erst, wenn er im gehörten Feld wenigstens einen Ton ganz gehört hat. Wer in ein Fenster klickt, lässt ihn in dessen Feld aufhorchen.
Das Gewicht selbst verweht, und wie schnell, entscheidet der Zufall. Spielt JCself anderswo, ist nach 17 Minuten noch die Hälfte übrig. Spielt JCself dort, wo es liegt, nutzt es sich ab, und die Hälfte ist oft viel früher fort. Spätestens nach 15 Stunden ist rechnerisch nichts mehr davon da. Doch schon Sekunden nach einem Eingriff spielt JCself andere Töne, als es ohne ihn getan hätte, und findet nie mehr auf den alten Weg zurück. Jeder Ton, der danach erklingt, auch in ferner Zukunft, gehört zu einem Stück, das es ohne diese Person nicht gäbe. So bleibt jeder, der hier war, im Stück: eine Art Verewigung. Wer mag, trägt sich mit seinem Namen ein, Datum und Uhrzeit hält JCself Strom selbst fest: